Ertragsbilanz Schweiz: Veritabler Erfolgsausweis der Exportwirtschaft ...

Die Zahlungsbilanz umfasst drei Komponenten: die Ertragsbilanz, die Bilanz der
Vermögensübertragungen und die Kapitalverkehrsbilanz. 

Die Ertragsbilanz ist keine Bilanz, sondern vielmehr eine Art Erfolgsrechnung
des Aussenhandels. Sie erfasst zum Ersten den grenzüberschreitenden Aus-
tausch von Gütern (Waren) und Diensten und zum Zweiten die Kapital-, die
Arbeits- und die Sekundäreinkommen vom Ausland und an das Ausland. Sind
die Deviseneinnahmen aus dem Export grösser als die Devisenausgaben aus
dem Import, resultiert ein Ertragsbilanzüberschuss, andernfalls ein Ertrags-
bilanzdefizit. Ertragsbilanzüberschüsse sind für die Schweiz typisch.

Von 1996 bis 2016 hat sich die Ertragsbilanz der Schweiz wie folgt entwickelt:

Diagramm als pdf

Für das Jahr 2016 hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) einen Ertragsbilanz-
überschuss von CHF 64.803 Mia. ermittelt. Die Deviseneinnahmen der schweizeri-
schen Exportwirtschaft werden mit CHF 595.527 Mia. angegeben und die Devisen-
ausgaben mit CHF 530.724 Mia. Etwas salopp ausgedrückt, ist die Schweiz im Jah-
re 2016 gegenüber dem Ausland um CHF 64.803 Mia. reicher geworden.


Ertragsbilanz Schweiz 2016

Der schweizerische Ertragsbilanzüberschuss 2016 von CHF 64.803 Mia. basiert
auf drei Säulen: dem Überschuss von CHF 48.716 Mia. aus dem internationalen
Warenhandel, dem Überschuss von CHF 19.082 Mia. aus dem Dienstleistungs-
export/-import (Versicherungs-/Finanzdienste, Lizenzen, Tourismus, Telekommu-
nikation, usw.) und dem Überschuss von 30.283 Mia. aus den Kapitaleinkommen
(Finanzanlagen, Direktinvestitionen) aus dem Ausland bzw. an das Ausland.

Erfolgsmindernd ist der Saldo der Arbeitseinkommen von CHF 23.425 Mia. Die
Schweiz gibt deutlich mehr Grenzgängern Arbeit als umgekehrt. Aus sogenann-
ten Sekundäreinkommen (z.B. AHV-/PK-Leistungen) resultierte per Saldo ein
Devisenabfluss von CHF 9.854 Mia.

Bilanz der Vermögensübertragungen, Kapitalverkehrsbilanz Schweiz 2016

Gleich wie die Ertragsbilanz sind auch die (Bilanz der) Vermögensübertragungen
und die  Kapitalverkehrsbilanz keine Bilanzen im betriebswirtschaftlichen Sinne.
Sie erklären vielmehr, wie der Ertragsbilanzüberschuss im Ausland investiert bzw.
ein Ertragsbilanzdefizit aus dem Ausland refinanziert worden ist. Aufgezeigt wer-
den also bloss die Veränderungen von Auslandaktiven bzw. Auslandpassiven in
einem bestimmten Jahr. Unter dem Strich muss die Zahlungsbilanz theoretisch
ausgeglichen sein. Deshalb erhalten Investitionen an das Ausland ein Minuszei-
chen und Investitionen aus dem Ausland ein Pluszeichen.

Die schweizerische Bilanz der Vermögensübertragungen - sie misst die unent-
geltlichen Kapitalleistungen (z.B. Schuldenerlasse, Schenkungen) und die Über-
tragung nicht produzierter Sachvermögen (z.B. Grund und Boden) - weist für das
Jahr 2016 eine Reduktion der Auslandguthaben von CHF 2.620 Mia. auf.

Die Kapitalverkehrsbilanz ist unterteilt in Direktinvestitionen (Beteiligungen, Kre-
dite von Nichtbanken), Portfolioinvestitionen (Zins-, Dividendenpapiere), übrige
Investitionen (v.a. Bankkredite) und Währungsreserven der Notenbank. Insge-
samt ergibt sich für das Jahr 2016 ein Saldo der schweizerischen Kapitalverkehrs-
bilanz von -82.918 Mia (-56.646, -27.507, +78.310, -77.075). Entsprechend über-
traf im Jahre 2016 der Nettozugang an Aktiven den Nettozugang an Passiven um
CHF 82.918 Mia.

Der Restposten bzw. die statistische Differenz beziffert sich auf CHF 15.495 Mia.