Vier Ertragssäulen ...

Das Schweizer Bankensystem ist auf dem Modell der Universalbank aufgebaut. Konkret: Alle Banken können alle Bankdienstleistungen anbieten. Das schlägt sich in der aggregierten Erfolgsrechnung der Banken in der Schweiz nieder, die vier Hauptertragsquellen offenlegt: das Zinsgeschäft, das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft, das Handelsgeschäft und den übrigen ordentlichen Ertrag. Für die letzten fünf Jahre präsentieren sich die vier Ertragssäulen der Banken in der Schweiz wie folgt:

Im Jahr 2017 übertraf der Erfolg aus dem Zinsgeschäft (CHF 23.217 Mia.) – wie schon in den beiden Vorjahren – jenen aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft (CHF 21.749 Mia.). Das entspricht nicht der Regel. Im Schnitt der letzten 20 Jahre (1998-2017) fiel der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft gut 15% (15,57%) höher aus als der Erfolg aus dem Zinsgeschäft.

Angesichts der sinkenden Zinsmargen (siehe weiter unten) mag es überraschen, dass die Banken in der Schweiz (in absoluten Zahlen) seit Jahren recht stabile Zinsergebnisse ausweisen. Das boomende Hypothekargeschäft liefert dafür die Erklärung. Ob dies auf die Dauer gut geht, wird sich weisen.

Anders als im Zinsdifferenzgeschäft sind die Erträge aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft seit Jahren degressiv. Auffallend sind vor allem die rückläufigen Kommissionserträge aus dem Wertschriften- und Anlagegeschäft. Im Jahr 2007, vor dem Ausbruch der Finanzmarktkrise, generierten die Banken in der Schweiz aus dem Wertschriften- und Anlagegeschäft nicht weniger als CHF 38.465 Mia.; 2016 waren es gerade noch CHF 19.438 Mia. und im Jahre 2017 20.594 Mia.

Das folgende Diagramm macht die Entwicklung der vier Ertragskomponenten seit 1997 transparent:

Durchzogene Jahresergebnisse in den letzten fünf Jahren

In den letzten fünf Jahren ist der Erfolgsausweis der Banken in der Schweiz ziemlich durchzogen. Ungenügend schnitten vor allem die Grossbanken ab. Ein mittlerer Jahresgewinn 2013-2017 von CHF 10.269 Mia. und eine mittlere Eigenkapitalrendite von 7,00% ist für den Bankenplatz Schweiz nicht wirklich ein Erfolgsausweis. Der hohe Jahresgewinn 2015 von CHF 15.788 Mia. ist geschönt durch einen ausserordentlichen Ertrag von CHF 10.706 Mia. in der Grossbankengruppe.

    Sinkende Zinsmargen als veritables Problem ...

    Ein veritables Problem des Bankenplatzes Schweiz sind die sinkenden Zinsmargen. Die Fähigkeit der Banken, angemessene Bruttogewinne zu generieren und angesichts eines sich zunehmend überhitzenden Immobilien- und Hypothekenmarktes Rückstellungen und/oder Reserven zu bilden, wird dadurch vermindert.

    Die Zinsmarge entspricht dem Zinserfolg in Prozent der Bilanzsumme.