Vier Ertragssäulen ...

Das Schweizer Bankensystem ist auf dem Modell der Universalbank aufgebaut. Konkret: Alle Banken können alle Bankdienstleistungen anbieten. Das schlägt sich in der aggregierten Erfolgsrechnung der Banken in der Schweiz nieder, die vier Hauptertragsquellen offenlegt: das Zinsgeschäft, das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft, das Handelsgeschäft und den übrigen ordentlichen Ertrag. Für die letzten fünf Jahre präsentieren sich die vier Ertragssäulen der Banken in der Schweiz wie folgt:

Im Jahr 2020 übertraf der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft (CHF 23.047 Mia.) jenen aus dem Zinsgeschäft (CHF 20.399 Mia.). Das ist an sich die Regel, obschon diese in den Jahren 2016 und 2017 nicht galt. Im Schnitt der letzten 21 Jahre (2000-2020) fiel der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft 6,36% höher aus als der Erfolg aus dem Zinsgeschäft.

Angesichts der sinkenden Zinsmargen (siehe weiter unten) mag es überraschen, dass die Banken in der Schweiz (in absoluten Zahlen) seit Jahren recht stabile Zinsergebnisse ausweisen. Das boomende Hypothekargeschäft liefert dafür die Erklärung. Ob dies auf die Dauer gut geht, wird sich weisen.

Anders als im Zinsdifferenzgeschäft sind die Erträge aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft recht volatil. Das zeigt sich vor allem an den Kommissionserträgen aus dem Wertschriften- und Anlagegeschäft. Im Jahr 2007, vor dem Ausbruch der Finanzmarktkrise, generierten die Banken in der Schweiz aus dem Wertschriften- und Anlagegeschäft nicht weniger als CHF 38.465 Mia.; 2020 waren es gerade einmal CHF 22.457 Mia..

Das folgende Diagramm macht die Entwicklung der vier Ertragskomponenten seit 2000 transparent:

Durchzogene Jahresergebnisse in den letzten fünf Jahren

In den letzten fünf Jahren ist der Erfolgsausweis der Banken in der Schweiz ziemlich durchzogen. Ein mittlerer Jahresgewinn 2016 bis 2020 von CHF 8.691 Mia. und eine mittlere Eigenkapitalrendite von 3,70% ist für den Bankenplatz Schweiz nicht wirklich ein Erfolgsausweis. Ungenügend schnitten vor allem die Grossbanken ab. Das gilt inbesondere für die «schwarze Null» im Jahr 2019 (CHF 0.613 Mia.).  Zum Abschreiber von CHF 23.774 Mia. auf dem Anlagevermögen (Beteiligungen, Sachanlagen) haben die Grossbanken CHF 21'097.462 Mia. (!) beigetragen. 

    Sinkende Zinsmargen als veritables Problem ...

    Ein veritables Problem des Bankenplatzes Schweiz sind die sinkenden Zinsmargen. Die Fähigkeit der Banken, angemessene Bruttogewinne zu generieren und angesichts eines sich zunehmend überhitzenden Immobilien- und Hypothekenmarktes Rückstellungen und/oder Reserven zu bilden, wird dadurch vermindert.

    Die Zinsmarge entspricht dem Zinserfolg in Prozent der Bilanzsumme.