Vier Ertragssäulen ...

Das Schweizer Bankensystem ist auf dem Modell der Universalbank aufgebaut. Konkret: Alle Banken können alle Bankdienstleistungen anbieten. Das schlägt sich in der aggregierten Erfolgsrechnung der Banken in der Schweiz nieder, die vier Hauptertragsquellen offenlegt: das Zinsgeschäft, das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft, das Handelsgeschäft und den übrigen ordentlichen Ertrag. Für die letzten fünf Jahre präsentieren sich die vier Ertragssäulen der Banken in der Schweiz wie folgt:

Im Jahr 2019 übertraf der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft (CHF 23.387 Mia.) jenen aus dem Zinsgeschäft (CHF 23.007 Mia.). Das ist an sich die Regel, obschon diese in den Jahren zuvor (2015 bis 2018) nicht glat. Im Schnitt der letzten 20 Jahre (1999-2019) fiel der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft gut 13,5% (13,67%) höher aus als der Erfolg aus dem Zinsgeschäft.

Angesichts der sinkenden Zinsmargen (siehe weiter unten) mag es überraschen, dass die Banken in der Schweiz (in absoluten Zahlen) seit Jahren recht stabile Zinsergebnisse ausweisen. Das boomende Hypothekargeschäft liefert dafür die Erklärung. Ob dies auf die Dauer gut geht, wird sich weisen.

Anders als im Zinsdifferenzgeschäft sind die Erträge aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft recht volatil. Das zeigt sich vor allem an den Kommissionserträge aus dem Wertschriften- und Anlagegeschäft. Im Jahr 2007, vor dem Ausbruch der Finanzmarktkrise, generierten die Banken in der Schweiz aus dem Wertschriften- und Anlagegeschäft nicht weniger als CHF 38.465 Mia.; 2019 waren es gerade einmal CHF 21.307 Mia..

Das folgende Diagramm macht die Entwicklung der vier Ertragskomponenten seit 1999 transparent:

Durchzogene Jahresergebnisse in den letzten fünf Jahren

In den letzten fünf Jahren ist der Erfolgsausweis der Banken in der Schweiz ziemlich durchzogen. Ungenügend schnitten vor allem die Grossbanken ab. Ein mittlerer Jahresgewinn 2015-2019 von CHF 9.117 Mia. und eine mittlere Eigenkapitalrendite von 3,94% ist für den Bankenplatz Schweiz nicht wirklich ein Erfolgsausweis. Der hohe Jahresgewinn 2015 von CHF 15.788 Mia. ist geschönt durch einen ausserordentlichen Ertrag von CHF 10.706 Mia. in der Grossbankengruppe. Auch die «schwarze Null» im Jahr 2019 (CHF 0.613 Mia.) geht aufs Konto Grossbanken. Der Abschreiber auf dem Anlagevermögen (Beteiligungen, Sachanlagen) betrug nicht weniger als CHF 21.097 Mia. 

    Sinkende Zinsmargen als veritables Problem ...

    Ein veritables Problem des Bankenplatzes Schweiz sind die sinkenden Zinsmargen. Die Fähigkeit der Banken, angemessene Bruttogewinne zu generieren und angesichts eines sich zunehmend überhitzenden Immobilien- und Hypothekenmarktes Rückstellungen und/oder Reserven zu bilden, wird dadurch vermindert.

    Die Zinsmarge entspricht dem Zinserfolg in Prozent der Bilanzsumme.