Ich beginne – gleich wie beim letzten Update – mit der kurzen Sicht.

smi-volatilität gibt nach, aber womöglich nur vorübergehend ...

Mit 22,13% erreichte die 20-Tage-Volatilität des Swiss Market Index (SMI) am 05. März 2018 ein vorübergehendes Hoch. Seither hat die Nervosität etwas nachgelassen. Ausdruck davon ist eine «neutrale» SMI-20-Tage-Vola von aktuell (29.03.2018) 16,56%. 

War's das schon mit der Korrektur? – Ich habe da meine Zweifel und meine, dass wir uns mitten in einem Korrekturmodus, vergleichbar mit jenem von August 2015 bis Februar 2016, befinden. Trifft diese Einschätzung (Befürchtung) zu, könnte sich die Talfahrt bis in den Sommer in Richtung 7'600 SMI-Punkte fortsetzten. Wie Figura zeigt, schliesst dies eine zwischenzeitliche Erholung auf 9'000 SMI-Punkte nicht aus.

    «Todeskreuz» ist Tatsache!

    «Das ‹Todeskreuz› lauert um die Hausecke.» So habe ich beim letzten Update diese Rubrik übertitelt - und weiter: «Im Zuge der jüngsten Korrektur haben sich die 50-Tage- und die 200-Tage-Linie sehr rasch angenähert. Sollte die 50-Tage-Linie (blau) die 200-Tage-Linie (grün) von oben nach unten durchbrechen – was in den kommenden Tagen absehbar ist –, wäre ein sogenanntes ‹Todeskreuz› (death cross) Tatsache. Damit könnte das definitive Ende der gut einjährigen Boom-Phase eingeläutet sein. Bemerkenswert ist, dass sich auch hier Parallelen zur letzten grossen Korrektur (August 2015/Februar 2016) erkennen lassen. Wie gesagt: Mir gefällt das nicht.»

    Dazu habe ich eigentlich nichts hinzuzufügen – ausgenommen natürlich die Feststellung, dass das «Todeskkreuz» (death cross) seit dem 13. März 2018 Tatsache ist. Wie ich in Band 2 von «Theorie und Praxis der Geldanlage» dargelegt habe, hat die sogenannte Crossover-Regel auf der Basis exponentiell gleitender Durchschnitte in jüngster Zeit erstaunlich gut funktioniert.

      31.03.2018: CH-Aktienmarkt notiert rund 4% über trendneutralem Wert

      Für den Schweizer Aktienmarkt lässt sich für die letzten 92 Jahre ein fast idealtypischer Trendkanal ausmachen. Er bildet die Grundlage für mein Trendkanal-Aktienbarometer.

      Am Freitag, 29. März 2018, schloss der SPI mit 10'189.89 Punkten. Gemessen am trendneutralen Wert meines Trendkanal-Aktienbarometers von aktuell 9'797.09 SPI-Punkten, entspricht dies einem moderaten «Korrekturpotential» von 3,85%.

      31.03.2018: CH-Aktienmarkt-P/E indiziert «an sich» nur leichte überbewertung

      Mein Aktienbarometer auf der Basis des Trendkanal-Konzepts verwende ich gerne für die Positionierung in der langen Sicht. Für die mittelfristige Einordnung ziehe ich - nicht zuletzt aufgrund seiner Einfachheit - das Markt-P/E zurate.

        Aufgrund der Gewinnschätzungen für die kommenden 12 Monate rechnet sich per 29. März 2018 ein Markt-P/E (KGV) von 16.66. Entsprechend wird am CH-Aktienmarkt im Schnitt 16.7-mal der erwartete Gewinn bezahlt.  

        Gemessen am mittleren KGV von rund 16.0 (31.12.1995 - 31.03.2018), ist der CH-Aktienmarkt zurzeit (31.03.2018) «an sich» nur leicht überbewertet. Wie das folgende Diagramm zeigt, ergäbe sich bei einem Markt-P/E von 16.0 eine «faire» Notierung von 9'788.80 SPI-Punkten. Einschränkend ist festzuhalten, dass die Gewinnerwartungen ausgesprochen optimistisch sind. Noch höhere (erwartete) Gewinnzuwachsraten im Vergleich zum Vorjahr gab es in jüngerer Zeit zu Beginn des Jahres 2007 (!) und zu Beginn des Jahres 2010.  Warten wir einmal ab, wie die Unternehmensergebnisse für das erste Quartal 2018 ausfallen. Enttäuschungen liegen allemal drin. – Ich gehe davon aus, dass die Gewinnerwartungen nach und nach zurückgenommen werden.

          markteinschätzung

          Ich halte an meiner Markteinschätzung vom Anfang März fest.

          In der kurzen/mittleren Sicht sehe ich eine Fortsetzung der Korrektur. Dabei liegt eine zwischenzeitliche Erholung bis zu 9'000 SMI-Punkten ohne weiteres drin. Das Korrekturpotential reicht bis in die Gegend von 7'600 SMI-Punkten. Wer sich Gedanken über eine (Teil-)Absicherung macht, hält sich vorzugsweise an Short Futures. Put-Optionen kommen aufgrund der tieferen impliziten Volatilitäten ebenfalls infrage.

          Langfristig orientierte Investoren dürfen davon ausgehen, dass sie sich aktuell auf einem realistischen Niveau eindecken können. Angesichts einer möglichen Korrektur ist ein etapppiertes Vorgehen angezeigt.