12.01.2018: CH-Aktienmarkt notiert rund 13% über trendneutralem Wert

Für den Schweizer Aktienmarkt lässt sich für die letzten 92 Jahre ein fast idealtypischer Trendkanal ausmachen. Er bildet die Grundlage für mein Aktienbarometer.

Am Freitag, 12.01.2018, schloss der SPI mit 10'951.73 Punkten. Gemessen am trendneutralen Wert meines CH-Aktienbarometers von aktuell 9'641 SPI-Punkten, entspricht dies einer Überbewertung von rund 13%.

12.01.2018: CH-Aktienmarkt-P/E signalisiert beunruhigende Überbewertung

Mein Aktienbarometer auf der Basis des Trendkanalkonzepts verwende ich gerne als Groborientierung. Für die Feinorientierung ziehe ich - nicht zuletzt aufgrund seiner Einfachheit - das Markt-P/E zurate.

    Aufgrund der Gewinnschätzungen für die kommenden 12 Monate rechnet sich per 12. Januar 2018 ein Markt-P/E (KGV) von 19.93. Entsprechend wird am CH-Aktienmarkt im Schnitt fast 20-mal der erwartete Gewinn bezahlt. Das ist - auf der Basis von Monatsschlusswerten - der höchste Wert seit Juli 2000. Damals verlor der SPI in der Folge rund die Hälfte seines Werts!!!

    Gemessen am mittleren KGV von rund 16.0 (31.12.1995 - 31.12.2017), ist der CH-Aktienmarkt zurzeit (12.01.2018) fast 25% (24,56%) zu teuer!

    Das folgende Diagramm verdeutlicht die aktuell hohe Bewertung. Ein Markt-P/E von 16.0 entspräche einer «fairen» Notierung von 8'792.48 SPI-Punkten.

      12.01.2018: sind die Tage der Trump-Hausse bald gezählt?

      Am Dienstag, 10. Januar 2017, hat die exponentiell gleitende 50-Tage-Durchschnitts-Linie die 200-Tage-Linie von unten nach oben durchstossen und mithin ein «Goldenes Kreuz» (golden cross) generiert. Dies konnte als Kaufsignal interpretiert werden.

      Das Kaufsignal war korrekt, und es ist immer noch intakt. Die aktuelle Hausse lässt sich unschwer mit der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten in Verbindung bringen. Seit der Trump-Wahl am 8. November 2016 hat der SMI um satte 23,28% zugelegt! Die vor rund zwei Monaten an dieser Stelle geäusserte Einschätzung, wonach die Euphorie nachlasse, erwies sich bis heute als falsch. Meine Skepsis ist dadurch nicht kleiner, sondern noch etwas grösser geworden. Ein intaktes Kaufsignal kann urplötzlich von «grün» auf «rot» wechseln!

      12.01.2018: Wiederanstieg nach rekordtiefer 20-Tage-Volatilität!

      Mit 4,71% wurde am 13. Oktober 2017 die tiefste 20-Tage-Volatilität gemessen, seit es den SMI gibt!!! Die 20-Tage-Volatilität entspricht der Standardabweichung auf der Basis der letzten 20 Tagesschlusskurse (hier des SMI), hochgerechnet auf ein Jahr. Sie ist ein recht guter Stimmungsindikator. Sehr hohe Volatilitäten signalisieren «Panik», sehr tiefe Volatilitäten «Euphorie». Interpretiert man besonders hohe und besonders tiefe Volatilitäten als Kontraindikator, animieren hohe Volatilitäten zum Kauf (Wiedereinstieg, Positionsaufbau) und tiefe Volatilitäten zum Verkauf (Ausstieg, Positionsabbau).

        Der jüngste Wiederanstieg der 20-Tage-Volatilität kann als mögliches Abklingen der allgemeinen Euphorie interpretiert werden. Ein wirklich guter Timingindikator sind tiefe Volatilitäten allerdings nicht. Mag sein, dass es diesmal anders ist. Derzeit testet der Markt die 9'500er-Marke. Sollte der Test misslingen, könnte dies ohne weiteres eine rasante Talfahrt auslösen.