Ich beginne für einmal mit der kurzen Sicht. Der Grund dafür sind Warnzeichen, die mir nicht wirklich gefallen.

smi-volatilität im steilanstieg!

Mit 4,71% wurde am 13. Oktober 2017 die tiefste 20-Tage-Volatilität gemessen, seit es den SMI gibt!!! Das konnte als Zeichen für allzu grosse Sorglosigkeit der Marktteilnehmer und mithin für eine bevorstehende Korrektur interpretiert werden. Aber eben: Tiefe Volatilitäten sind zwar ein Warnsignal – aber nicht wirklich ein gutes Timing-Instrument. Die rasante Fortsetzung der Aktienrally bis Mitte Januar 2018 gab den Optimisten Recht. Seit Ende Januar befindet sich jedoch der SMI im Sink- und die 20-Tage-Volatilität im Steigflug. Ein Blick auf den folgenden Chart macht deutlich, dass beim aktuellen Niveau (20-Tage-Volatilität: 22,13%) mit einem weiteren Anstieg der Nervosität zu rechnen ist. Konkret: Es stehen uns womöglich ziemlich strube Tage und Wochen bevor!

Wer genau hinschaut, wird unschwer erkennen, dass die aktuelle Korrektur mit jener im August 2015 «korreliert». Die Geschichte wiederholt sich zwar nicht. – Aber ein Warnzeichen ist das allemal.

    «Todeskreuz» lauert um die Hausecke!

    Am Dienstag, 10. Januar 2017, hat beim Swiss Market Index (SMI) die exponentiell gleitende 50-Tage-Durchschnitts-Linie die 200-Tage-Linie von unten nach oben durchstossen und mithin ein «Goldenes Kreuz» (golden cross) generiert. Dies konnte als Kaufsignal interpretiert werden.

    Im Zuge der jüngsten Korrektur haben sich die 50-Tage- und die 200-Tage-Linie sehr rasch angenähert. Sollte die 50-Tage-Linie (blau) die 200-Tage-Linie (grün) von oben nach unten durchbrechen – was in den kommenden Tagen absehbar ist –, wäre ein sogenanntes «Todeskreuz» (death cross) Tatsache. Damit könnte das definitive Ende der gut einjährigen Boom-Phase eingeläutet sein. Bemerkenswert ist, dass sich auch hier Parallelen zur letzten grossen Korrektur (August 2015/Februar 2016) erkennen lassen. Wie gesagt: Mir gefällt das nicht.

      05.03.2018: CH-Aktienmarkt notiert 4% über trendneutralem Wert

      Für den Schweizer Aktienmarkt lässt sich für die letzten 92 Jahre ein fast idealtypischer Trendkanal ausmachen. Er bildet die Grundlage für mein Trendkanal-Aktienbarometer.

      Am Montag, 05. März 2018, schloss der SPI mit 10'140.97 Punkten. Gemessen am trendneutralen Wert meines Trendkanal-Aktienbarometers von aktuell 9'744.79 SPI-Punkten, entspricht dies einer sehr moderaten «Überbewertung» von rund 4%.

      05.03.2018: CH-Aktienmarkt-P/E indiziert nur leichte überbewertung

      Mein Aktienbarometer auf der Basis des Trendkanal-Konzepts verwende ich gerne für die Positionierung in der langen Sicht. Für die mittelfristige Einordnung ziehe ich - nicht zuletzt aufgrund seiner Einfachheit - das Markt-P/E zurate.

        Aufgrund der Gewinnschätzungen für die kommenden 12 Monate rechnet sich per 05. März 2018 ein Markt-P/E (KGV) von 16.80. Entsprechend wird am CH-Aktienmarkt im Schnitt 16.8-mal der erwartete Gewinn bezahlt.  

        Gemessen am mittleren KGV von rund 16.0 (31.12.1995 - 28.02.2018), ist der CH-Aktienmarkt zurzeit (05.03.2018) nur leicht überbewertet. Wie das folgende Diagramm zeigt, ergäbe sich bei einem Markt-P/E von 16.0 eine «faire» Notierung von 9'659.20 SPI-Punkten. Zu beachten ist, dass die Gewinnprognosen der Analysten zu Jahresbeginn oft zu optimistisch sind. Ich gehe davon aus, dass die Gewinnerwartungen im Verlaufe des Frühjahrs nach und nach um einiges zurückgenommen werden.

          markteinschätzung

          In der kurzen/mittleren Sicht sehe ich die Gefahr einer grösseren Korrektur. Das Korrekturpotenzial reicht bis in die Gegend von 7'600 SMI-Punkten. Wer sich Gedanken über eine (Teil-)Absicherung macht, hält sich am ehesten an Short Futures. Put-Optionen sind aufgrund der hohen impliziten Volatilitäten (zu) teuer.

          Langfristig orientierte Investoren dürfen davon ausgehen, dass sie sich aktuell auf einem realistischen Niveau eindecken können. Angesichts einer möglichen Korrektur ist ein etapppiertes Vorgehen angezeigt.