Wohin geht die Börsenreise ....?

Wir haben keine Ahnung, wohin die Reise geht. Umso besser müssen wir des-
halb verstehen, wo wir uns gegenwärtig befinden.

Howard Marcs, FuW, 23.12.2015



30.11.2017: CH-Aktienmarkt notiert rund 12% über trendneutralem Wert

Für den Schweizer Aktienmarkt lässt sich für die letzten 91 Jahre ein fast idealtypi-
scher Trendkanal ausmachen. Er bildet die Grundlage für mein Aktienbarometer.

Diagramm als pdf

Am Donnerstag, 30.11.2017, schloss der SPI mit 10'674.94 Punkten. Gemessen
am trendneutralen Wert meines CH-Aktienbarometers von aktuell ca. 9'555 SPI-
Punkten
, entspricht dies einer Überbewertung von fast 12%.


30.11.2017: CH-Aktienmarkt-P/E signalisiert beunruhigende Überbewertung

Mein Aktienbarometer auf der Basis des Trendkanalkonzepts verwende ich gerne als
Groborientierung. Für die Feinorientierung ziehe ich - nicht zuletzt aufgrund seiner
Einfachheit - das Markt-P/E zurate.

Diagramm als pdf

Aufgrund der Gewinnschätzungen für die kommenden 12 Monate rechnet sich per
30. November 2017 ein Markt-P/E (KGV) von 19.70. Entsprechend wird am
CH-Aktienmarkt im Schnitt 19.70-mal der erwartete Gewinn bezahlt. Das ist - auf
der Basis von Monatsschlusswerten - der höchste Wert seit Juli 2000. Damals
verlor der SPI in der Folge rund die Hälfte seines Werts!!!


Gemessen am mittleren KGV von rund 16.0 (31.12.1995 - 30.11.2017), ist der CH-
Aktienmarkt zurzeit (30.11.2017) mehr als 20% (23,15%) zu teuer!

Das folgende Diagramm verdeutlicht die aktuell hohe Bewertung. Ein Markt-P/E von
16.0 entspräche einer "fairen" Notierung von 8'668.24 SPI-Punkten.

30.11.2017: Die Tage der Trump-Hausse sind wohl bald gezählt ...

Am Dienstag, 10. Januar 2017, hat die exponentiell gleitende 50-Tage-Durch-
schnitts-Linie die 200-Tage-Linie von unten nach oben durchstossen und mithin ein
"Goldenes Kreuz" (golden cross) generiert. Dies konnte
als Kaufsignal interpre-
tiert werden.

Wie sich heute zeigt, war das Kaufsignal korrekt. Nun macht es aber den Anschein,
als verpuffe der Trump-Effekt mehr und mehr (seit der Trump-Wahl hat der SMI
um nicht weniger als 20,33% zugelegt). Zwar ist das Kaufsignal immer noch intakt.
Die Dynamik lässt aber nach. Daran ändert auch ein kurzer "Aufschnaufer" nichts.
Wie die Erfahrung zeigt, kann ein intaktes Kaufsignal sehr rasch von "grün" auf
"rot" wechseln! Ein Scheitern der US-Steuerreform wäre ein möglicher Auslöser.

10.11.2017: Wiederanstieg nach rekordtiefer 20-Tage-Volatilität!

Mit 4,71% wurde am 13. Oktober 2017 die tiefste 20-Tage-Volatilität gemessen, seit
es den SMI gibt!!!
Die 20-Tage-Volatilität entspricht der Standardabweichung auf der
Basis der letzten 20 Tagesschlusskurse (hier des SMI), hochgerechnet auf ein Jahr.
Sie ist ein recht guter Stimmungsindikator. Sehr hohe Volatilitäten signalisieren «Pa-
nik», sehr tiefe Volatilitäten «Euphorie». Interpretiert man besonders hohe und be-
sonders tiefe Volatilitäten als Kontraindikator, animieren hohe Volatilitäten zum Kauf
(Wiedereinstieg, Positionsaufbau) und tiefe Volatilitäten zum Verkauf (Ausstieg, Po-
sitionsabbau).

Diagramm als pdf

Der jüngste Wiederanstieg der 20-Tage-Volatilität kann als mögliches Abklingen
der allgemeinen Euphorie interpretiert werden. Ein wirklich guter Timingindika-
tor sind tiefe Volatilitäten allerdings nicht. Mag sein, dass es diesmal anders ist.
Ein Abtauchen des SMI unter die 9000er-Marke könnte eine Talfahrt in Richtung
8300 SMI-Punkte und tiefer auslösen.