Vier Ertragssäulen ...

Das Schweizer Bankensystem ist auf dem Modell der Universalbank aufgebaut.
Konkret: Alle Banken können alle Bankdienstleistungen anbieten. Das schlägt sich
in der aggregierten Erfolgsrechnung der Banken in der Schweiz nieder, die vier
Hauptertragsquellen offenlegt: das Zinsgeschäft, das Kommissions- und Dienstlei-
stungsgeschäft, das Handelsgeschäft und den übrigen ordentlichen Ertrag. Für
die letzten fünf Jahre präsentieren sich die vier Ertragssäulen der Banken in der
Schweiz wie folgt:

Diagramm als pdf

Im Jahr 2016 übertraf der Erfolg aus dem Zinsgeschäft (CHF 23.425 Mia.) - wie
schon im Vorjahr - jenen aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft
(CHF 20.904 Mia.). Das entspricht nicht der Regel. Im Schnitt der letzten 20 Jahre
(1997-2016) fiel der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft
rund ein Sechstel (16.54%) höher aus als der Erfolg aus dem Zinsgeschäft.

Angesichts der sinkenden Zinsmargen (siehe weiter unten) mag es überraschen,
dass die Banken in der Schweiz (in absoluten Zahlen) seit Jahren recht stabile
Zinsergebnisse ausweisen. Das boomende Hypothekargeschäft liefert dafür die
Erklärung. Ob dies auf die Dauer gut geht, wird sich weisen.

Anders als im Zinsdifferenzgeschäft sind die Erträge aus dem Kommissions- und
Dienstleistungsgeschäft seit Jahren degressiv. Auffallend sind vor allem die rück-
läufigen Erträge aus dem Wertschriften- und Anlagegeschäft. Im Jahre 2007, vor
dem Ausbruch der Finanzmarktkrise, generierten die Banken in der Schweiz aus
dem Wertschriften und Anlagegeschäft nicht weniger als CHF 38.465 Mia.

Das folgende Diagramm macht die Entwicklung der vier Ertragskomponenten seit
1996 transparent:

Durchzogene Jahresergebnisse in den letzten fünf Jahren

In den letzten fünf Jahren ist der Erfolgsausweis der Banken in der Schweiz ziem-
lich durchzogen. Ungenügend schnitten vor allem die Grossbanken ab. Ein mittlerer
Jahresgewinn 2012-2016 von CHF 8.352 Mia. ist für den Bankenplatz Schweiz nicht
wirklich ein Erfolgsausweis. Der hohe Jahresgewinn 2015 von CHF 15.788 Mia. ist
geschönt durch einen ausserordentlichen Ertrag von CHF 10.706 Mia. in der Gross-
bankengruppe.

Sinkende Zinsmargen als veritables Problem ...

Ein veritables Problem des Bankenplatzes Schweiz sind die sinkenden Zinsmargen.
Die Fähigkeit der Banken, angemessene Bruttogewinne zu generieren und ange-
sichts eines sich zunehmend überhitzenden Immobilien- und Hypothekenmarktes
Rückstellungen und/oder Reserven zu bilden, wird dadurch vermindert.

Die Zinsmarge entspricht dem Zinserfolg in Prozent der Bilanzsumme.