Kredit- und Kundengeldgeschäft im Zentrum ...

Die Aktiven und Passiven der Banken in der Schweiz summierten sich per Ende 2015
auf je CHF 3'026.150 Mia. Das entspricht dem 4.7-fachen Bruttoinlandprodukt
(BIP) 2015 der Schweiz
von CHF 639.026 Mia. Im Jahre 2007, vor Ausbruch der
Bankenkrise, übertraf die Bilanzsumme der Banken in der Schweiz jene des BIP um
nicht weniger als das 6-fache! Die ausländischen Tochtergesellschaften - vor allem
jene von CS und UBS - sind dabei nicht mitgerechnet.

Im Zentrum des bilanzwirksamen Geschäfts der Banken in der Schweiz stehen das
Kreditgeschäft und das Kundengeldgeschäft. Die Kredite an Nichtbanken (Hypothe-
kar- und andere Kundenforderungen) machen 50.81% der Bankaktiven aus. Die
Kundengelder (Spar- und Anlagegelder, Sicht- und Zeitgelder, Kassenobligationen)
entsprechen 57.37% der Bilanzsumme. Bei den Grossbanken (Credit Suisse, UBS,
UBS Switzerland) sind diese Anteile etwas kleiner (45.35% bzw. 47.46%), bei den
so genannten Retailbanken dagegen deutlich höher (z.B. Kantonalbanken: 69.71%
bzw. 61.74%, Raiffeisengruppe: 81.89% bzw. 72.88%).

Per 31.12.2015 präsentiert sich die (leicht modifizierte) Bilanz der Banken in der
Schweiz wie folgt. Es handelt sich um aggregierte (nicht konsolidierte) Werte.

Unterschiedliche Wachstumsdynamik ...

Seit Ende 1960 hat sich die Bilanzsumme der Banken in der Schweiz um das gut
51-fache erhöht. Das jährliche durchschnittliche Bilanzsummenwachstum rechnet
sich mit 7.42%.

Wie das folgende Diagramm zeigt, haben einzelne Bankengruppen besonders stark
zugelegt, allen voran die Raiffeisengruppe und die "Übrigen Banken" mit einer jähr-
lichen Wachstumsrate von 8.77% bzw. 9.06%. Die Kategorie "Übrige Banken" um-
fasst folgende Untergruppen: die Börsenbanken (z.B. Bank Bär, Bank Vontobel), die
ausländisch beherrschten Banken (z.B. HSBC Private Bank Suisse SA, Bank J. Safra
Sarasin), die Filialen ausländischer Banken (z.B. Barclays Capital), die Privatbankiers
(z.B. Reichmuth & Co.) und die anderen Banken (z.B. Bank Coop, Migros Bank).

47.06% Bilanzsummenanteil der Grossbanken ...

Wie ersichtlich, reklamieren die Grossbanken (CS, UBS, UBS Switzerland) per Ende
2015 fast die Hälfte (47.06%) der Bilanzsumme für sich. Dagegen nehmen sich die
Anteile der Kantonalbanken (17.76%), der Regionalbanken/Sparkassen (3.74%),
der Raiffeisengruppe (6.56%), der Börsenbanken (6.94%) oder etwa der auslän-
disch beherrschten Banken (8.62%) fast bescheiden aus. Zu beachten ist dabei
die grosse Auslandverflechtung der Grossbanken: 66.55% der Grossbank-Aktiven
und 63.80% der Grossbank-Passiven sind Auslandforderungen bzw. Auslandver-
pflichtungen.